Schlamassel

 m./n.  Z

Bedeutungen

[1] umgangssprachlich: schwierige, (zunächst) ausweglos scheinende Situation, in die jemand wegen eines leidigen Missgeschicks gerät; im weitesten Sinne: hinderliche Umstände; Unglück
Herkunft
seit dem 18. Jahrhundert bezeugt; Entlehnung über das Rotwelsche aus dem Westjiddischen , dessen Herkunft nicht ausreichend geklärt ist; im zweiten Wortglied findet sich höchstwahrscheinlich das Westjiddische (siehe hierzu Massel), das erste Glied könnte zum Neuhochdeutschen schlimm oder aber zur hebräischen Verneinungspartikel gehören❬ref❭vergleiche , Seite 806.❬/ref❭
Synonyme
[1] landschaftlich: Schlamastik
Sinnverwandte Wörter
[1] Ausweglosigkeit, Bredouille, Dilemma, Kalamität, Krise, Misslichkeit, Not, Notlage, Problemsituation, Sackgasse, Schwierigkeiten, Unglück, Verlegenheit, Zwangslage
Gegenwörter
[1] Massel; Dusel, Glück, (umgangssprachlich) Schwein
Oberbegriffe
[1] negativer Vorfall
Beispiele
[1] Ein schöner Schlamassel (ist das)!
[1] Da haben wir den Schlamassel!
[1] „Die zuständige Doppelspitze aus Zentralbank (Fed) und Finanzministerium glaubte jedes Mal, den tollsten Job gemacht zu haben - um alsbald zu erleben, dass der ganze Schlamassel von vorne losgeht.“❬ref❭❬/ref❭
[1] „Die Stärkung des Gemeinsamen Markts des Südens […] und die Einführung einer gemeinsamen Währung könnten Argentinien aus dem derzeitigen Schlamassel befreien und eine glaubhafte Alternative zur Amerikanischen Freihandelszone schaffen, mit der die Vereinigten Staaten ihre Hegemonie über Lateinamerika sichern wollen.“❬ref❭❬/ref❭
[1] „Flöttl, so Elsner im Interview weiter, sei „der, der das Schlamassel verursacht hat“.“❬ref❭❬/ref❭
[1] „Dass sein Schwiegersohn nun in das Schlamassel hineingezogen wurde, schien Elsner wenig zu belasten.“❬ref❭❬/ref❭
[1] „Mit dem Dusel der Abenteurer grade in dem Moment aus der Polizeihaft entlassen, da die andern alle verhaftet werden, fährt er mit dem ersten Morgenzug nach Stolpe, grade recht ins Schlamassel, und nun sitzt er und schreibt.“❬ref❭ Erstveröffentlichung 1931.❬/ref❭
Charakteristische Wortkombinationen
[1] im (ärgsten, dicksten, schwersten) Schlamassel sitzen/stecken; in einem Schlamassel hineingeraten; sich einen/ein Schlamassel einbrocken; jemandem aus dem Schlamassel helfen
Wortbildungen
[1] Schlamastik

Referenzen

[1] , Seite 1466
[1] , Seite 1218
[1] Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm. 16 Bände in 32 Teilbänden. Leipzig 1854–1961 Schlamassel
[1] Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache Schlamassel
[1] canoo.net Schlamassel
[1] Uni Leipzig: Wortschatz-Lexikon Schlamassel
[1]
Quellen

Ähnliche Wörter

Schlamastik, Schlemihl

Substantiv, m, n

Kasus Singular 1 Singular 2 Plural
Nominativ Schlamassel Schlamassel Schlamassel
Genitiv Schlamassels Schlamassels Schlamassel
Dativ Schlamassel Schlamassel Schlamasseln
Akkusativ Schlamassel Schlamassel Schlamassel

In Deutschland wird hauptsächlich der männliche Artikel gebraucht. In Österreich ist das Genus sächlich.[1]
Worttrennung
Schla·mas·sel, Schla·mas·sel
Aussprache
IPA ʃlaˈmasl̩, ʃlaˈmasl̩
Hörbeispiele: ,
Reime -asl̩
Betonung
Schlamạssel